Die Pollensaison für Baumpollen-Allergiker ist eröffnet: Erlenpollen unterwegs an warmen Tagen!

Berlin – Für Pollenallergiker hat die Leidenszeit wieder begonnen: seit einigen Tagen fliegen bereits reichlich Erlenpollen. Betroffene reagieren trotz der geringen Menge heftig darauf. Die Nase kann durch vorausgegangene Infekte wie Grippe oder Erkältung empfindlicher sein als sonst. Anzeichen für eine Allergie können Niesen, Nasenjucken, triefende Nase oder juckende Augen sein.

Erlenpollen i.d. Schlossstr Berlin 3-2015

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Botanischer Name: Alnus glutinosa (Schwarz-Erle), A. incana (Grau-Erle), A. viridis (Grün-Erle). Die Erle gehört zur Familie der Birkengewächse (Betulaceae).

 

 

Die Erle gehört zusammen mit der Hasel zu den Frühblühern. Erlenpollen enthalten mäßig starke bis starke Allergene. Erlen (und auch Hasel) weisen eine starke Kreuzreaktion mit Birkenpollen auf. Ausgeprägte Birkenpollenallergiker zeigen deshalb oft bereits zur Hasel- und Erlenzeit Symptome. Da Erlen Wasser lieben, sind sie bevorzugt an Bachläufen und an Ufern von Seen und Flüssen zu finden. Schwarz- und Grauerle blühen vor dem Blattaustrieb, die Grün-Erle gleichzeitig mit dem Austreiben der Blätter. Die Grün-Erle wächst vor allem im Gebirge und blüht im Juni.

 

Neue deutschsprachige SIT-S2k-Leitlinie 2014 zur Hyposensibilisierung mit Allergenen

Konsensus-Konferenz_S2k-SIT-LL_4-2013

23.12.2014 – Nach sorgfältiger Vorbereitung war es kurz vor Weihnachten soweit: Die Autoren (siehe Foto), federführend Prof. Dr. Oliver Pfaar (li. außen) und PD Dr. Jörg Kleine-Tebbe als Berater an “letzter Stelle” (re. oben, 3. von rechts), stellen die gründlich überarbeitete deutschsprachige Leitlinie zur Spezifischen Immuntherapie (Hyposensibilisierung) mit Allergenen vor:

SIT-S2k-LL_Titelfoto_12-2014http://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/061-004.htmlErstpublikation im Allergo J Int 2014; 23:282-319*.
(als PDF-Datei zum Download verfügbar auch unter http://www.dgaki.de/leitlinien/S2k-leitlinie-sit/)

Sämtliche Aspekte der Spezifischen Immuntherapie (SIT) werden hier dargestellt:
- Wirkmechanismus,
- sinnvolle Diagnostik vor Beginn der SIT,
- Einsatzmöglichkeit bei Atemwegserkrankungen abhängig von Allergenquellen und Applikationsformen,
- Indikationen und Kontraindikationen mit konkreten Empfehlungen,
- Varianten und empfehlenswerte Applikationsformen zur Durchführung einer SIT,
- Nebenwirkungen mit neuer internationaler Einteilung von System- und Lokalreaktionen,
- Sicherheits- und Zukunftsaspekte.

Erstmalig wurden Übersichtstabellen zur Studienlage der SIT erstellt, die zugehörig zur Leitlinie hier auf der Internetseite der DGAKI frei zugänglich sind und halbjährlich von den Autoren aktualisiert werden. Dazu gibt es Patienten-Informationen zur subkutanen (SCIT) und sublingualen (SLIT) Immuntherapie in deutscher und englischer Sprache (auch zum Download).

Nutzen Sie die überarbeiteten Empfehlungen zur Spezifischen Immuntherapie mit Allergenen und informieren Sie sich.

Berlin, 02.01.2015, J. Kleine-Tebbe (siehe auch http://www.dgaki.de)

*Zitierweise:
Pfaar O, Bachert C, Bufe A, Buhl R, Ebner C, Eng P, Friedrichs F, Fuchs T, Hamelmann E, Hartwig-Bade D, Hering T, Huttegger I, Jung K, Klimek L, Kopp MV, Merk H, Rabe U, Saloga J, Schmid-Grendelmeier P, Schuster A, Schwerk N, Sitter H, Umpfenbach U, Wedi B, Wöhrl S, Worm M, Kleine-Tebbe J. Guideline on allergen-specific immunotherapy in IgE-mediated allergic diseases – S2k Guideline of the German Society for Allergology and Clinical Immunology (DGAKI), the Society for Pediatric Allergy and Environmental Medicine (GPA), the Medical Association of German Allergologists (AeDA), the Austrian Society for Allergy and Immunology (ÖGAI), the Swiss Society for Allergy and Immunology (SGAI), the German Society of Dermatology (DDG), the German Society of Oto-Rhino-Laryngology, Head and Neck Surgery (DGHNO-KHC), the German Society of Pediatrics and Adolescent Medicine (DGKJ), the Society for Pediatric Pneumology (GPP), the German Respiratory Society (DGP), the German Association of ENT Surgeons (BV-HNO), the Professional Federation of Paediatricians and Youth Doctors (BVKJ), the Federal Association of Pulmonologists (BDP) and the German Dermatologists Association (BVDD). Allergo J Int 2014;23:282–319. DOI: 10.1007/s40629-014-0032-2

Allergenbelastung im Juli/August: Konkurrenz zwischen Schimmelpilzen & (Beifuß)pollen

Bei Allergiebeschwerden im Sommer assoziieren die meisten Betroffenen Pollen und ihre Allergene als Ursache.

Allerdings gibt es noch weitere Allergenquellen im Juli und August: Sporen des saisonal vorkommenden Schimmelpilzes Alternaria. Sie wachsen auf verrottenden Pflanzenteilen und fliegen ebenso wie Pollen viele Kilometer weit. Hohe Sporenkonzentrationen können auch nach Gewittern und bei feuchtem Wetter auftreten. Nicht selten sind diese Allergene auch Auslöser asthmatischer Beschwerden mit Atemnot, pfeifenden Atemgeräusche und Husten.

Beginnende Alternaria-Belastung im Juli 2014 (siehe www.pollenflug-nord.de)

Mehr Informationen zu dieser wichtigen “saisonalen” Allergenschleuder, dem häufigsten Allergieauslöser unter den Schimmelpilzen:
http://allergie-experten.de/patienten-service/ratgeber/kapitel-3/
http://dgaki.de/alternaria-schimmelpilz-und-sommerliche-allergenschleuder/

Zur Zeit blühen bereits wild wachsende Kräuter wie der Spitzwegerich und der Gänsefuß. Spätestens im August setzten dann Beifußpflanzen, die ärgsten Pollenschleudern unter den Wildkräutern, zunehmende Mengen allergenhaltiger Pollen frei:

Beifußpollen-Belastung 8-8-2013

Beifußpollen-Belastung vom letzten August 2013 (siehe www.pollenflug-nord.de, die schönsten Online-Pollendaten von Dr. Wachter im Netz!)