Allergenbelastungen….nicht nur zur Weihnachtszeit

Haselpollen & Nuss 25-12-13

Abb.: Blütenstände und Nuss der Gemeinen Hasel (Corylus avellana) am 25.12.2013 (Foto: J. Kleine-Tebbe)

10 Fakten zur Allergie durch Haselstrauch-Produkte:

  • Haselpollen fliegen während milder Winter bereits im Januar/Februar, im Einzelfall bereits im Dezember (also Obacht, wie das Wetter wird!)
  • Das Major-Allergen Cor a 1 ist in diversen Varianten sowohl in den Pollen als auch in der Haselnuss vorhanden
  • Cor a 1 gehört zur Familie der PR-10-Proteine (Bet v 1-Homologe);  gemeinsames Merkmal ist eine ähnliche Struktur und Ähnlichkeit zum Major-Allergen Bet v 1 der Birkenpollen
  • Vermutlich stellt Bet v 1 in unseren Breiten die primäre Sensibilisierungsquelle für Baumpollen-Allergiker dar
  • Durch Kreuzreaktionen (IgE-Bindung ähnlicher Proteine, z.B. aus der Gruppe der Bet v 1-Homologen) entwickeln viele Birkenpollen-Allergiker auch durch die Blüte von Hasel, Erle, Buche, Hainbuche und Eiche allergische Symptome
  • Bet v 1-bedingte Kreuzreaktionen sind in Nord- und Mitteleuropa die häufigste Ursache von Nahrungsmittelallergien im Erwachsenenalter
  • Nach Genuss roher, ungegarter Hasel- und Walnüsse, Äpfel, Birnen,  Kirschen, Pflaumen, Pfirsiche, Aprikosen, Kiwi, Feigen, Karotten, Sellerie und Soja lösen darin enthaltene Spuren der Bet v 1-homologen Proteine häufig lokale Beschwerden in Mundhöhle und Rachenraum, manchmal auch schwere, bedrohliche allergische Reaktionen aus
  • Die genannten pflanzlichen Lebensmittel werden im gegarten Zustand meistens gut vertragen (sofern sie ausreichend erhitzt wurden!)
  • Sollten z.B. auch gegarte, geröstete Haselnüsse schwere Reaktionen provozieren, sind wahrscheinlich stabile Speicherproteine der Haselnuss (Cor a 9, Cor a 11 oder Cor a 14) die verantwortlichen Allergene
  • Die betroffenen Haselnuss-(Speicherprotein)Allergiker – zum Glück nur wenige – sind stärker gefährdet als der klassische Birken- und Haselpollen-Allergiker mit seiner Kreuzallergie (s.o.), sollten auch Spuren von Haselnüssen, geröstete, verarbeitete Haselnüsse bzw. entsprechende Produkte vermeiden, sorgfältig die Zusammensetzung verpackter Lebensmittel prüfen und immer eine Notfallapotheke mit eine Adrenalin-Autoinjektor mit sich führen und sofort einsetzen, falls versehentlich doch einmal eine Haselnuss verzehrt wird und eine schwere Reaktion droht

Allergie-Nachmittag im Westend

für Patienten, Betroffene und Interessierte
am Samstag, 26. Oktober 2013

15:00 – 18:00 Uhr (EINTRITT FREI)
Information, Fragen und Diskussion

i. d. DRK-Kliniken Westend, Aula im Haus S,
Eingang Fürstenbrunner Weg oder Spandauer Damm 130,
14050 Berlin-Charlottenburg, S-Bhf. Westend

ÄDAAllergie-Nachmittag-Westend_Programm26.10.13 (PDF-Datei, 593 kB, zum Herunterladen)

Samstag, 26. Oktober 2013 von 15:00 – 18:00 Uhr

15:00 Begrüßung

15:10 Eingriffe in das Immunsystem:
Impfungen statt Infektionen?
Immuntherapie statt Allergien?
PD Dr. Christoph Grüber, Kinderabteilung im Klinikum Frankfurt (Oder)

15:30 Asthmabehandlung: Was hilft wirklich?
Prof. Dr. Karl Paul-Buck, Praxis Paul, Berlin

15:50 Allergien durch Alltagsprodukte: 
Was sollte der Verbraucher wissen?
Dr. Silvia Pleschka, DAAB Berlin

16:20 Pause mit Erfrischungen

16:40 Neurodermitis, Nahrungsmittelallergie/-unverträglichkeit: Geht das nie weg?
Priv.-Doz. Dr. Jörg Kleine-Tebbe, Berlin
Allergie- u. Asthma-Zentrum Westend

17:00 Betroffene fragen – Experten antworten (bis 18:00 Uhr)

Öffentliche Informationsveranstaltung: Ärzteverband Deutscher Allergologen (ÄDA), Deutsche Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAKI) und Deutscher Allergie- und Asthmabund (DAAB)

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme. Kommen Sie zahlreich und geben Sie diese Einladung weiter!

Am 26.10.2013 findet am gleichen Ort vormittags von 9:30 – 14:00 Uhr die jährliche, interdisziplinäre Allergie-Fortbildung der ÄDA-Regionalgruppe Berlin statt. Diesmal unter dem Motto:

Allergie, Infektion und immunologische Wechselwirkungen: Neue Erkenntnisse und praktische Konsequenzen

ÄDAÄDAProg3spaltig2013
Programm der AeDA-Regionaltagung 2013 in Berlin zum Herunterladen (PDF-Datei, 531 kB)

 

 

 

Allergenbelastung im August: Konkurrenz zwischen (Beifuß)pollen & Schimmelpilzen

Bei Allergiebeschwerden im Sommer assoziieren die meisten Betroffenen Pollen und ihre Allergene als Ursache. Tatsächlich setzten derzeit wild wachsende Kräuter wie der Beifuß zunehmende Mengen allergenhaltiger Pollen frei:

Beifußpollen-Belastung 8-8-2013

Beifußpollen-Belastung im August 2013 (siehe www.pollenflug-nord.de, die schönsten Online-Pollendaten von Dr. Wachter im Netz!)

Allerdings gibt es noch weitere Allergenquellen im Juli und August: Sporen des saisonal vorkommenden Schimmelpilzes Alternaria. Sie wachsen auf verrottenden Pflanzenteilen und fliegen ebenso wie Pollen viele Kilometer weit. Hohe Sporenkonzentrationen können auch nach Gewittern und bei feuchtem Wetter auftreten. Nicht selten sind diese Allergene auch Auslöser asthmatischer Beschwerden mit Atemnot, pfeifenden Atemgeräusche und Husten.

Alternaria-Belastung 8-8-2013

Alternaria-Belastung im Augsut 2013 (siehe www.pollenflug-nord.de)

Mehr Informationen zu dieser wichtigen “saisonalen” Allergenschleuder, dem häufigsten Allergieauslöser unter den Schimmelpilzen:
http://allergie-experten.de/patienten-service/ratgeber/kapitel-3/
http://dgaki.de/alternaria-schimmelpilz-und-sommerliche-allergenschleuder/