Wenn die weißen Flusen wehen…

sind Gräserpollen ebenfalls unterwegs!

Regionalgruppe Berlin der Ärzteverbandes Deutscher Allergologen

Foto: Mikroskopische Darstellung von Gräserpollen

Das Märchen von der "Pappelallergie" entsteht meistens im Mai. Dann treibt der Wind häufig weiße Flusen vor sich her – flugfähige Samen, die mit einer "Pollenallergie" gar nichts zu tun haben. Zur gleichen Zeit beginnt allerdings die Gräserblüte. Winzige Pollen, für den Menschen meist unsichtbar, reisen dann bei klarem Wetter viele Kilometer weit.

Das wechselhafte Wetter sorgte dieses Jahr für einen langsamen Start – Gräserpollen fliegen eher, wenn es richtig warm wird. Wenn die Temperaturen so bleiben, werden Millionen Menschen wieder an lästigen Allergie-Beschwerden leiden. Zahlreiche Gräserfamilien setzen nach und nach ihre Pollen frei und plagen die Schleimhäute mit Juckreiz und Überempfindlichkeit (siehe auch Info-Archiv, 3.1. Da erübrigt sich jeder Allergietest: Eigentlich können nur die Gräser Schuld sein; und der Roggen (als kultiviertes Gras) ebenso.

Zur Therapie gibt es eine Palette wirksamer und sicherer Medikamente (siehe unter Info-Archiv, 5.1 – 5.4), die bei ausgeprägten Symptomen geschickt miteinander kombiniert werden (siehe unter Aktuelles, 4. Beitrag: Kombinierte Therapie bei ausgeprägten Allergiebeschwerden). Die Kosten für einige Präparate übernimmt die Krankenkasse, andere müssen selbst getragen werden – der Allergie-erfahrene Arzt kann Ihnen auf jeden Fall weiterhelfen. Auch die asthmatische Entzündung – immerhin bei einem Drittel der Pollenallergiker – lässt sich mit verträglichen Mitteln rasch lindern (Info-Archiv, 5.5).

Zur langfristigen Behandlung lohnt sich ein Termin beim Allergologen, da durch eine gut geplante Hyposensibilisierung-Behandlung mit den verantwortlichen Allergenen (spezifische Immuntherapie) die gewünschte Toleranz gegenüber den Pollenproteinen zurückkehrt (mehr dazu unter 5.6 im Info-Archiv oder unter Aktuelles).

Alle Jahre wieder werden zweifelhafte Methoden unters Volk gebracht; schließlich ist die Volkskrankheit „Allergie“ ein vielversprechender Markt.
Unter Aktuelles finden Sie ein paar Kommentare zu Behandlungsverfahren mit fraglicher Tauglichkeit. Meistens gibt es keinen oder nur einen unvollständigen Wirksamkeitsnachweis bzw. die Daten sind so widersprüchlich, das keine abschließende allergologische Bewertung möglich ist.

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