Allergenbelastungen….Haselpollen im Februar

Haselpollen_Berlin_2-2017

Abb. oben: “Ready to Go!” Blütenstände der Gemeinen Hasel (Corylus avellana)

Abb. unten: “Wait and See” Noch keine Erlenpollen, sondern Blütenstände vor der Reife am 14.02.2017 in Berlin-Charlottenburg (Foto: J. Kleine-Tebbe)

Erlenpollen_Berlin_2-2017

 

10 Fakten zur Allergie durch Haselstrauch-Produkte:

  • Haselpollen fliegen während milder Winter bereits im Januar/Februar; 2017 scheint es erst Mitte Februar richtig loszugehen – vor allem wenn es warm wird
  • Das Major-Allergen Cor a 1 ist in diversen Varianten sowohl in den Pollen als auch in der Haselnuss vorhanden
  • Cor a 1 gehört zur Familie der PR-10-Proteine (Bet v 1-Homologe);  gemeinsames Merkmal ist eine ähnliche Struktur und Ähnlichkeit zum Major-Allergen Bet v 1 der Birkenpollen
  • Vermutlich stellt Bet v 1 in unseren Breiten die primäre Sensibilisierungsquelle für Baumpollen-Allergiker dar
  • Durch Kreuzreaktionen (IgE-Bindung ähnlicher Proteine, z.B. aus der Gruppe der Bet v 1-Homologen) entwickeln viele Birkenpollen-Allergiker auch durch die Blüte von Hasel, Erle, Buche, Hainbuche und Eiche allergische Symptome
  • Bet v 1-bedingte Kreuzreaktionen sind in Nord- und Mitteleuropa die häufigste Ursache von Nahrungsmittelallergien im Erwachsenenalter
  • Nach Genuss roher, ungegarter Hasel- und Walnüsse, Äpfel, Birnen,  Kirschen, Pflaumen, Pfirsiche, Aprikosen, Kiwi, Feigen, Karotten, Sellerie und Soja lösen darin enthaltene Spuren der Bet v 1-homologen Proteine häufig lokale Beschwerden in Mundhöhle und Rachenraum, manchmal auch schwere, bedrohliche allergische Reaktionen aus
  • Die genannten pflanzlichen Lebensmittel werden im gegarten Zustand meistens gut vertragen (sofern sie ausreichend erhitzt wurden!)
  • Sollten z.B. auch gegarte, geröstete Haselnüsse schwere Reaktionen provozieren, sind wahrscheinlich stabile Speicherproteine der Haselnuss (Cor a 9, Cor a 11 oder Cor a 14) die verantwortlichen Allergene
  • Die betroffenen Haselnuss-(Speicherprotein)Allergiker – zum Glück nur wenige – sind stärker gefährdet als der klassische Birken- und Haselpollen-Allergiker mit seiner Kreuzallergie (s.o.), sollten auch Spuren von Haselnüssen, geröstete, verarbeitete Haselnüsse bzw. entsprechende Produkte vermeiden, sorgfältig die Zusammensetzung verpackter Lebensmittel prüfen und immer eine Notfallapotheke mit eine Adrenalin-Autoinjektor mit sich führen und sofort einsetzen, falls versehentlich doch einmal eine Haselnuss verzehrt wird und eine schwere Reaktion droht

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